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RÜCKBLICK ZUM 119. ERINNERUNGSSCHIESSEN

RückBLICK ZUM 119. ERINNERUNGSSCHIESSEN Burgdorf

Am 4. März 2023 nahmen 280 Schützinnen und Schützen aus vielen Teilen der Schweiz am diesjährigen 119. Erinnerungsschiessen teil. Bei strahlendem Frühlingswetter konnte die Veranstaltung zum zweiten Mal als «Historisches Schiessen» durchgeführt werden.

Durchführende Gesellschaft sind die Stadtschützen Burgdorf. Zu den Stammsektionen gehören die Stadtschützen Bern, Schützengesellschaft Herzogenbuchsee, Stadtschützen Langenthal, Schützengesellschaft Langnau/Bärau, Feldschützen Sumiswald, Schützengesellschaft Zofingen und die Kirchberg Schützen. Die Schützengesellschaft Zofingen ist Stifterin des Ehrenbechers.

Um 10:15 konnte das Feuer eröffnet werden, das letzte Standblatt wurde um 14:45 ausgegeben, ab 15:30 wurde der Schiessbetrieb eingestellt. Um 16:45 eröffnete Martin Kolb, Präsident der Stadtschützen Burgdorf und des Erinnerungsschiessenverbandes, die Schützengemeinde und die geladene Gesellschaft, zusammengesetzt aus Ständerat Werner Salzmann, Nationalrätin Nadja Umbricht-Pieren, Grossrat und Gemeinderat von Burgdorf Francesco Rappa, Gemeindepräsident von Kirchberg BE Andreas Wyss, Brigadier Christian Sieber, Grossrätin Andrea Gschwend-Pieren, Grossrat Michael Elsaesser und Grossrat Michael Ritter. Gemeinsam erinnert man sich an die militärische Niederlage der Berner gegen die Franzosen im Jahr 1798 und ihre Folgen, deren Überwindung im aktuellen Anlass jeweils am ersten Samstag im März gedacht wird. Die diesjährige Veranstaltung wurde durch die Stadtmusik Burgdorf musikalisch begleitet. Auf die Nationalhymne folgte eine Ansprache von Werner Salzmann, anschliessend die Verleihung des Zofingerbechers, welcher dieses Jahr mit Dank und Gratulation an Fritz Spahr, Präsident der Schützengesellschaft Herzogenbuchsee, ging.

Der OK-Präsident des Erinnerungsschiessen Burgdorf, Roland Adolf, leitete die Rangverkündigung und die Abgabe der Bundesgabe ein. Der Einzelsieger und Gewinner der Bundesgabe, übergeben durch Brigadier Christian Sieber, ist Helmut Nadig mit 60 Punkten. Der Gewinn des Juniorenpreises erfolgte durch Terry Röllin, mit 55 Punkten. Bei den Gruppen siegten die Feldschützen Walterswil SO mit 278 Punkten. Herzliche Gratulation!

Mit dem Berner Marsch und den abschliessenden Worten des Präsidenten Martin Kolb wurde das 119. Erinnerungsschiessen, zum zweiten Mal im Rahmen der «Historischen Schiessen Schweiz», beendet.

Ranglisten 
Einzelrangliste Erinnerungsschiessen 2023
Gruppenrangliste Erinnerungsschiessen 2023

Auf die Nationalhymne folgte eine Ansprache von Ständerat Werner Salzmann. 

Von links nach rechts: Einzelsieger und Gewinner der Bundesgabe Helmut Nadig und Brigadier Christian Sieber bei der Übergabe. 

Zur Erinnerung
Um die Zeit von 1790 bis 1800 zeichnete sich die «alte Eidgenossenschaft» durch politische Instabilität und grosse Zerrissenheit im Verteidigungswillen aus. So darf es nicht verwundern, dass sich zu jener Zeit fremde Heere auf Schweizer Boden bekriegten.

Im Jahre 1798 erlitten die Berner im Grauholz eine militärische Niederlage gegen die Franzosen. Die Gefechte im Grauholz sowie bei Neuenegg und Fraubrunnen (6 km Luftlinie vom ehemaligen Gefechtsfeld zum Standort des Erinnerungsschiessens) fanden am 5. März 1798 statt. Wirren, Hunger und grosse Not zeichneten die Eidgenossenschaft. Die alte Staatsordnung brach zusammen. Die Helvetische Verfassung wurde unseren Vorfahren aufoktroyiert. 1803 setzte Napoleon die Mediationsverfassung in Kraft. Die Schweiz wurde ein Protektorat Frankreichs.

Es bleibt zu hoffen, dass sich unser Land nie mehr solcher Knechtschaft ausgesetzt sehen muss. Die Hoffnung allein genügt aber nicht. Eiserner Wehrwille und ein echtes Zusammengehörigkeitsgefühl aller Eidgenossen bilden die unabdingbare Voraussetzung zur Erhaltung unserer Unabhängigkeit und Neutralität.

Das Erinnerungsschiessen soll Jahr für Jahr erneut eine Demonstration unserer Heimatliebe und unseres Willens, dieses Vaterland auch zu verteidigen, darstellen.

Der Beginn des Erinnerungsschiessens
Am 3. Dezember 1900 besprachen sich Delegierte der Schützengesellschaft und Feldschützengesellschaften der Stadt Bern, Herzogenbuchsee, Langnau, Langenthal und Burgdorf über die Anregung eines historischen Erinnerungsschiessens in Burgdorf, um sich der Ereignisse der trüben Märztage von 1798 zu erinnern und sich gegen die Wiederkehr ähnlich bitterer und schwacher Zeiten zu wappnen. Und wie könnte ein Volk sich dagegen besser schützen und schirmen als durch die Übung mit der Waffe.

Das erste Erinnerungsschiessen fand am 10. März 1901 in Burgdorf statt. Es wurde im Stand auf 260 Meter Distanz geschossen. 68 Schützen sind der Aufforderung zur Teilnahme gefolgt. Einheitliches Kehrscheibenbild mit Fünf-Punkte-Einteilung. Die Scheiben trugen die Namen «Fraubrunnen», «Grauholz» und «Neuenegg». Auf die ersten zwei Scheiben wurden je zehn Schüsse geschossen. Neuenegg war freier Schnellfeuerstich. Auch einige Kehrscheiben standen zum Einschiessen zur Verfügung. In der Scheibe Fraubrunnen wurde um das gemeinschaftliche Abendessen geschossen. Kränze wurden nicht ausgeteilt. Der beste Schütze im Schnellfeuer erhielt einen Becher. Das Erinnerungsschiessen war schon im ersten Guss wohlgeraten und fand seine bleibende Form.

Bei Fragen: 
Ruedi Lehmann
Medien & Kommunikation
rl@hischuetzen.ch