Erstes Historisches Staudenschlachtschiessen in Bremgarten vom 20. Mai 2023
Nach zwei Jahren Aufbauarbeit unter der Initiative der SG Bremgarten, mit dem OK-Präsident Stefan Hausherr konnte am 20. Mai 2023 zum ersten Mal das hist. Schiessen, im Gedenken an die Staudenschlacht im 2. Villmergerkrieg 1712 zur Austragung kommen. Ein bestens gelungener Anlass, mit erfreulich guter Teilnahme und begeisterten Teilnehmer/innen. Die Distanzen für Pistole betrugen 30m und für Gewehr 200m. Dabei wurde auf eine originelle speziell für dieses Schiessen geschaffene Scheibe geschossen.
Das Schiessprogramm wurde umrahmt von einem Festakt und einer sprichwörtlich, patriotischen Ansprache durch den Landammann des Standes Aargau, RR Jean Pierre Gallati. Die Historische Schützen Schweiz, massgeblich am Gründungsakt vor zwei Jahren beteiligt, überreichten dem erfolgreichen OK einen original Kupferstich von Mattias Merian: «Melligen», dem Ort wo die Berner Truppen um 1712 losmarschierten. Im Festzelt herrschte tolle Stimmung von Schützenkameradschaft und Genugtuung, das harte Arbeit nach dem Motto: «Gemeinsam sind wir stark!» auch in der heutigen Zeit Erfolg und Lob bringen kann. Alle waren sich einig, wir kommen wieder, dieser Geist soll weitergelebt werden.
Rangliste Pistole 30m:
Einzelsieger, 1. Rang, Holzer Elias, SG Schwarzenburg, 34 P.
Gruppensieger, 1. Rang, PS Spreitenbach, Spreitenbach, 28,5 P.
«Staudenstein», 1. Rang, Kissling Manuela, Aarau, 14 P.
Rangliste Gewehr 200m:
Einzelsieger, 1. Rang, Kräuliger Beat, SG Bern, 30 P.
Gruppensieger, 1. Rang, Pist Combat Gr., Aarau, 19.3 P.
«Staudenstein», 1. Rang, Häring Marco, Luzern, 24. P
Total 373 Schützen rangiert
Die Historischen Schützen Schweiz beehrten die Organisatoren an der Reuss, mit einer Zweierdelegation: Dr. Ueli Augsburger und hier beim Überreichen des Andenkens, einem Kupferstich von Melligen durch John Hüssy, Ressortleiter Umwelt und Logistik, an den dynamischen und einsatzfreudigen OK Präsident Stefan Hausherr.
Ein bewegendes Bild im Festzelt, mit farbenprächtiger Fahnenburg und zufriedenen Festteilnehmern, im blauen Festtenue, mitte der OK Präsident Stefan Hausherr.
Übergabe der Bundesgaben an den besten Schützen (Pistole) Holzer Elias, Schwarzenburg.
Übergabe der Bundesgaben an den besten Schützen (Gewehr) Kräuliger Beat, Bern (Gewehr).
Gedanken zum ersten Staudenschiessen von Wendel Odermatt
Liebe Schützenkameraden,
Anlässlich der meisten historischen Schiessen gedenken wir der kriegerischen
Auseinandersetzungen unserer Vorfahren gegen Habsburger, Burgunder, Franzosen und wer sonst noch alles mit uns in Konflikt geriet. Ausnahmen davon sind neben dem Rütlischiessen sicher das Tir des Burbaki, bei dem der Internierung fremder Truppen gedacht wird, oder das Grimselschiessen bei dem die Auseinandersetzung fremder Mächte auf Schweizer Boden der Anlass des Gedächtnisses ist. Ausnahmslos erinnern uns alle diese, den historischen Schiessen zugrundeliegenden Anlässe, daran, dankbar zu sein, dass unsere Vorfahren die Prüfungen und Herausforderungen der Zeit bestanden haben. Besondere Achtung verdient der Umstand, dass auch nach Niederlagen und Rückschlägen unser Gemeinwesen vorangebracht wurde. Unsere historischen Schiessen erinnern uns auch daran, dass jede Generation von Neuem herausgefordert werden kann, in schwierigen Zeiten für die Schweiz, in ihrer ganzen Vielfalt, einzustehen.
Dieses Wochenende ist ein neues historisches Schiessen zum ersten Mal durchgeführt wurden. Ich hatte das Vergnügen an diesem äusserst sympathisch organisierten Anlass teilzunehmen. Die knapp 400 Schützen konnten sich mit Gewehr und Pistole am ersten Staudenschiessen im sportlichen Wettkampf messen. Bei diesem Schiessen wird, im Unterschied zu allen anderen Anlässen, eines inneren Konfliktes gedacht. Ich empfinde deshalb das Staudenschiessen als echte Bereicherung im Kalender der historischen Schiessen. Dieser Anlass erinnert uns nämlich daran, dass wir bei aller Besorgnis und Wachsamkeit gegenüber den äusseren Herausforderungen der Zeit, nicht die Sorge um den inneren Frieden, die Pflege der Solidarität und der Toleranz untereinander vergessen. Nicht in der Einheit, sondern vielmehr in der Gemeinschaft liegt unsere Stärke. So freuen wir uns mit den Organisatoren des Staudenschiessens darüber, dass die Verwerfungen der nationalen Konfessionskriege überwunden sind und hoffen, dass die modernen Glaubenskriege dereinst auch der Vergangenheit angehören mögen.
Die historischen Schiessen sind der Versuch, gewisse Meilensteine der Geschichte dem Mahlstrom der Zeit zu entreissen und sie als sichere Erinnerungsorte in unserer Vergangenheit zu verankern.In diesem Sinne wünsche ich allen Organisatoren von historischen Schiessen, aber speziell den Kameraden von Bremgarten, alles Gute in ihrem verdienstvollen Bemühen.
Wendel Odermatt, ein Rütlischütze
Vorankündigung:
Der Anlass findet voraussichtlich das nächste Mal am 1. Juni 2024 statt. Mehr Infos hier.
Bei Fragen:
John Hüssy
Logistik & Umweltbelange
jh@hischuetzen.ch